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Ökologisch Bauen
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Rubrik: Ökologisch Bauen    

Ökologisch Bauen, umweltverträglich und gesund Wohnen
Bauen ist immer ein Eingriff in unsere Umwelt. Ökologie in diesem Zusammenhang bedeutet, die Belange der Umwelt weitgehend zu berücksichtigen und ihre Beeinträchtigung möglichst gering zu halten und darüber hinaus Räume zu schaffen, die dem Menschen ein gesundes Leben ermöglichen.

Es gibt zahlreiche ökologische Parameter für das Bauen: Umweltverträglichkeit und Ressourcenschonung hinsichtlich
-  Landschaftsverbrauch
-  Klima und Energie
-  Luft, Wasser und Boden
-  Rohstoffe und Wiederverwendung von Materialien
Gesundheitsverträglichkeit in den Bereichen -  Raumluftqualität und Raumklima (Wärme, Feuchte, Luftbewegung)
-  elektrische und elektromagnetische Felder
-  Licht und Lärm 

Die Liste der Parameter lässt sich vielfältig ergänzen und optimieren. Gefragt sind jedoch wirtschaftlich umsetzbare Konzepte, die nicht auf kleine Gruppen von privilegierten Bauherren beschränkt sind, sondern auf jeden anwendbar sind. Die Ökologie in ihrer gesamtheitlichen Sicht umfasst auch ökonomische und soziale Aspekte.

Ökologisch sinnvolle Maßnahmen

  Wohnungsumfeld
-  Bodenversiegelung auf das notwendige Maß beschränken
-  Ressourcenverbrauch für Erstellung und Unterhalt gering halten
-  sickerfähig ausgeführte befestigte Wege und Flächen
-  Verwendung von standortgerechten und heimischen Pflanzen
-  Nutzung des Regenwassers mittels Zisterne für Gartenwasser, WC-Spülung und Putzen
-  Zwischenspeicherung von Regenwasser und Verdunstungsmöglichkeiten in begrünten Dachflächen
-  Versickerung von verbleibenden Regenwasser - keine Einführung in den Schmutzwasserkanal   Energie
-  günstige Gebäudegeometrie mit niedrigen A/V-Verhältnis, ohne Vor- und Rücksprünge
-  passive Solarnutzung durch sinnvolle Südausrichtung, Grundrissgestaltung und Verschattungsfreiheit
-  thermisch sehr gut gedämmte Hülle und 3-fach-Wärmeschutzverglasung  
-  wind- und luftdichte Ausführung der Gebäudehülle und Vermeidung von Wärmebrücken
-  Einsatz einer kontrollierten Wohnraumlüftung mit hoher Wärmerückgewinnung
-  Verwendung einer energieeffizienten Heizungsanlage mit niedriger Anlagenaufwandszahl
-  Einsatz von Solarkollektoren und Photovoltaikanlagen
-  Einsatz von stromsparenden Haushaltsgeräten

Behaglichkeit und Raumluft
-  Vermeidung von elektrischen und elektromagnetischen Feldern
-  gute Dämmung führt zu hohen, gleichmäßig warmen Oberflächen, ohne Zugluft
-  kontrollierte Wohnraumlüftung sorgt für eine permanent frische, hygienisch einwandfreie Luft
-  Ausbildung einer dampfdiffusionsoffenen Gebäudehülle
-  ausreichende Gewährleistung des Schallschutzes

Baustoffe und Materialien
- Einsatz von Baustoffen, die einer kritischen Betrachtung hinsichtlich Rohstoffgewinnung, Primärenergieinhalt, Inhaltsstoffe, Schadstoffe, Emissionsverhalten, Verwertung und Wiederverwertbarkeit standhalten

rein mineralische Materialien, z.B.:
- Lehmprodukte: guter Feuchteausgleich, ökologisch sehr hochwertig, wiederverwertbar  
- Kalkputz: guter Feuchteausgleich, desinfizierende Wirkung
- Farben: diffusionsoffene, biozid-, lösemittel- und weichmacherfreie Farben

Dämmung, z.B.:
- Zellulosedämmstoff: Recyclingprodukt, sehr geringer Primärenergieinhalt, wiederverwertbar
- Holzfaserdämmung: aus Restholz und unbehandelten Sägeabfällen, FSC zertifizert  
- Dämmung aus nachwachsenden Rohstoffen wie z.B. Hanf oder Flachs: staatliche Förderung

Bauen mit Holz
- geringer Primärenergieinhalt und Bindung von Kohlenstoff über die gesamte Nutzungsdauer
- aus allen anfallenden Reststoffen werden stofflich verwertbare Produkte oder Energieträger
- nachwachsender Rohstoff,  nachhaltige Verwendung und umweltfreundliche Produktion im Wald
- Zeit- und Kostenersparnis durch hohe Vorfertigung und günstige Auswirkung auf Klimabilanz

Datum: 09-11-2007        Autor:
architekturbüro bucher + hüttinger
büro für architektur + innenarchitektur
gleiwitzer str. 22 + 91074 herzogenaurach
fon: 09132 735695 + fax: 09132 735694
bucher.huettinger@herzomedia.net
www.bucher-huettinger.de
www.architos.de
Wieviel Wald Braucht ein Haus?
Wieviel Wald Braucht ein Haus?

Sie möchten also ein Holzhaus bauen - und auch mit Holz heizen? Und die armen Bäume? Wenn das jeder täte, wäre in kurzer Zeit alles abgeholzt! Keine Waldspaziergänge mehr... Wanderungen in Karstlandschaften... Überschwemmungen... Erdrutsche...

Diese Vision ist nicht das Ziel, das wir uns unter ökologischem bauen vorstellen. Holzhäuser sind aus Holz, Holz ist aus Bäumen, und Bäume wachsen nach - Jahr um Jahr, Jahresring um Jahresring. Dabei werden auf jedem Hektar Waldfläche ca. sechs Kubikmeter bzw. zwei Tonnen Holz produziert, die dem Wald relativ problemlos entnommen werden können. Eine nachhaltige und naturnahe Forstwirtschaft, wie in Deutschland üblich, erhält dabei den Wald auch für andere Funktionen, die er erfüllt. Wald dient der Erholung, er reinigt und reguliert Niederschlagswasser, er verhindert Bodenerosion, er bildet die Grundlage für vielfältige Lebensgemeinschaften von Pflanzen und Tieren.

Doch wieviel Wald braucht denn ein Haus? Nehmen wir als Beispiel ein Reihenhaus in Holzbauweise mit 140m² für vier Personen, als »3-Liter-Haus« erstellt. Für die Errichtung eines solchen Hauses sind etwa 16 Tonnen[t] Holz und Holzwerkstoffe nötig. Dies entspricht der Jahresproduktion von acht Hektar[ha] (oder 100 Meter x 800 Meter) Wald aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Legt man eine Nutzungsdauer von 80 Jahren für ein Haus zu Grunde, dann können mit diesen acht Hektar Wald 320 Personen oder 80 Vier-Personen-Haushalte mit Holzhäusern versorgt werden. Pro Person sind dann 250m² Wald nötig. Wollte jeder Haushalt in Deutschland in einem Holzhaus leben, so bräuchte man für 80 Millionen Menschen zwei Millionen Hektar Waldfläche. Der Waldbestand beträgt hierzulande etwa elf Millionen Hektar - einer Versorgung mit Holzhäusern steht also nichts im Wege.

Wollte nun jeder »Holzhaus-Haushalt« auch seinen Wärmeenergiebedarf mit dem Brennstoff Holz decken, sähe eine entsprechende Abschätzung so aus: Der Wärmebedarf für die Heizung beträgt 30 Kilowattstunden pro m² im Jahr, bei 35m² Wohnfläche pro Person also 1050 kKh pro Person/Jahr.

Der Wärmebedarf für die Bereitstellung von Warmwasser beträgt 750kWh pro Person/Jahr. Davon können zwei Drittel über solare Energiegewinnung bereitgestellt werden, also bleiben 250kWh Brennstoff-Bedarf für die Warmwasser-Bereitung. Der gesammte Energiebedarf für Heizung und Warmwasser beträgt dann 1300kWh pro Person/Jahr, das entspricht ca. 260kg Brennholz.

Bei der zuvor genannten Jahresproduktion von zwei Tonnen Holz pro Hektar Wald ist also eine Waldfläche von 1300m² pro Person nötig. Unter der Annahme, dass alle 80 Millionen Menschen in Deutschland in »3-Liter-Häusern« leben würden, bräuchte man 10,4 Millionen Hektar Wald zur Bereitstellung der Wärmeenergie - dies entspricht fast dem Waldbestand in Deutschland.

FAZIT: Das Holzhaus des hier definierten Standards braucht für seine Erstellung etwa 1000m² und für die Beheizung 5000m², das heisst gesammt nur etwa 6000m² (oder 100 Meter x 60 Meter) Wald. Eine Vollversorgung mit nachhaltig erzeugten Baustoffen und Brennmaterialien ist in Deutschland damit theoretisch machbar, unter der Voraussetzung weiterer Energieeffiziens beim Bauen sogar realistisch.

Text von der Webseite http://www.Aktivhaus.net.

Datum: 15-01-2003        Autor: AKÖH e.V. Arbeitskreis Ökologischer Holzbau e.V
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Datum: 09-10-2002        Autor: webmaster@oekologischbauen.de





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