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Aktivhaus oder Passivhaus
Aktiv oder Passiv ?

In einer Zeit, in der alle möglichst aktiv - leben, arbeiten, Urlaub machen -und daraus nicht selten Aktivismus, oft auch Hektik entsteht, scheint die Entwicklung beim Wohnen rückläufig zu sein:
- Passivhäuser sind angesagt !

Der aktive Autofahrer, der mit seinem "All-Terrain-Sport-und-SpassAuto" mit Allrad-Antrieb von seinem anstrengenden Job in der City zurück in sein Haus auf dem Land fährt, dokumentiert sein Umwelt-Bewusstsein und sein Interesse an technisch ausgefeilten Lösungen natürlich damit, dass dieses Haus auf dem Land ein Passivhaus ist.

Dass dieses Passiv-Haus, um rechnerisch die förderfähigen 15 kWh/qm*a Heizwärmebedarf zu erreichen, mehr als 180 qm Wohnfläche aufweisen muss, kommt ihm und seiner Partnerin sehr entgegen, spießig klein mit 120 qm, oder als Doppelhaus oder Reihenhaus bauen schließlich Leute, die kein Geld haben.

Weil Häuser nun aber, um einen gewissen Komfort zu haben, viel Energie brauchen für
- Heizung - warmes Wasser - Beleuchtung, Haushaltsstrom etc.

baut man - aus Umweltbewusstsein !- ein Passivhaus ...

...immerhin: 180 qm Passivhaus lassen sich mittlerweile mit 270 l Heizöl im Jahr beheizen !

Dürfte Mann diese 270 l als Brennstoff im oben zitierten "All-Terrain-TDI" verbrauchen, würde er damit lächerliche 2700 km weit kommen.
Wenn Frau für ihren 3-l-Lupo etwas abbekäme, hätten beide immerhin je 2076 km.
Und das würde gerade reichen, bei einer angenommenen Entfernung zwischen Wohnung und City von vielleicht 30 km damit 1,6 Monate auszukommen.
Die mit dem komfortbedingten Verbrauch fossiler Energie verbundenen CO2-Probleme, der zukünftige Mangel an Brennstoffen und die damit zwangsläufig heftig steigenden Kosten machen es also unumkehrbar notwendig, sich beim Bau von Häusern "passiv" zu verhalten...
...d.h. also, gar nicht zu bauen und bestehende Substanz energetisch zu sanieren ! oder ?

Das echte Passivhaus ist das, dass gar nicht neu gebaut wird !

Nun ist es aber aufgrund der freiheitlich demokratischen Grundordnung nicht verboten, ein Haus aus Beton, gebrannten Ziegeln oder autoklavierten Kalksandsteinen, synthetisch organischen oder mineralischen Dämmstoffen, mit u.U. viel Stahl, Alu, Glas, PUR etc. zu bauen, das in der Nutzungsphase fast energie-autark ist.

Es ist auch nicht verboten, das dann Passivhaus zu nennen, obwohl zu seiner Errichtung/Herstellung soviel (i.d.R. fossile) Energie gebraucht wurde, wie ein sanierter Altbau in 100 Jahren braucht:
...es ist nur unverständlich.
Wie bezeichnen wir dann aber das Haus, das mit sehr niedrigem Ver- brauch an fossilen Rohstoffen auskommt....
... incl. der Rohstoffe, Energie-und CO 2-Mengen für die Herstellung !
(Weil es z.B. aus nachwachsenden Rohstoffen gebaut ist, damit gedämmt wurde und beheizt wird.)
Das könnte dann schon Passivhaus heißen, aber ist der Name wirklich so prall ?

Eine andere Frage in diesem Zusammenhang lautet:
Ist es sinnvoll, angesichts von 180.000 - 200.000 Ein- und Zweifamilien-Häusern jährlich zu hoffen, dass aus derzeit 0,5 % (etwa 1000 Passivhäuser/a in Deutschland) mittelfristig wenigstens 95 % werden ?
Man könnte natürlich auch fragen, ob mittelfristig 95 % aller Leute einen 3 l-Lupo o.ä. fahren werden.
Der Autor musste als überzeugter Lupo-Fahrer zur Kenntnis nehmen, dass zum Erreichen eines Verbrauchs von 3 l/100 km ein ungeheuer sensibler Gasfuß gehört, der in einem Golf TDI zu etwa 4,5 l/100 km führen würde, dabei wären dann aber Servolenkung, Schiebedach, ZV, ggf. sogar eine Klimaanlage und ein Kombiheck mit drin.

Zugegeben:
Anders als beim Vergleich der beiden o.a. Automobile ist beim Vergleich eines NEH mit einem Passivhaus bei diesem keine Komforteinbusse festzustellen.

Wenn man aber so frech ist, den Lupo und das Passivhaus energetisch auf eine Stufe zu stellen, was will man dann dem bewusst gefahrenen Automobil Golf Variant TDI als Immobilie zur Seite stellen ?

DAS AKÖH-AKTIVHAUS !!

Um es gleich zu Anfang ganz deutlich zu machen:

Ein Aktivhaus wird nur gebraucht, weil im Wohnungsbau in Deutschland der Anteil an Einfamilien Häusern überproportional groß ist und bei diesen Objekten bisher in der Regel keine qualifizierte energetische Planung vorgenommen wurde.

Ein AKÖH-AktivHaus zeichnet sich, nach Auffassung der gleichnamigen Arbeitsgruppe im AKÖH e.V., durch die folgenden Eigenschaften aus:
- Es ist immer aus Holz gebaut
- Es weist immer einen überdurchschnittlichen baulichen Wärmeschutz und eine sehr gute Winddichtheit / Luftdichtigkeit auf.
- Es verfügt über eine komfortable, mechanische Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, genauso wie ein Passivhaus
- Es verfügt über einen Holzofen mit zusätzlicher Warmwasserbereitung im Verhältnis 80 (Warm-wasser) zu 20 (Heizung)
- Es verfügt über eine solare Warmwasser-Versorgung mit Heizungsunterstützung,

Was ist aktiv am AKÖH-AktivHaus, und was unterscheidet das AKÖH-AktivHaus vom Passivhaus ?
1. als Passivhaus gilt nur, was unter 15 kWh/qm*a Heizwärmebedarf liegt. Das geht einigermaßen seriös, selbst bei absoluter Südorientierung im Einfamilienhaus, erst ab 170 qm beheizte Wohn-/ Nutzflächen.
Ein Passivhaus liegt damit bei einem minimalen Bedarf von 2550 kWh Heizwärme/a.
Ein 100 qm großes Haus, das 25,5 kwh/qm*a verbrauchen würde, hätte keinen größeren Bedarf !!
(pro Haus; es kann ja nicht sinnvoll sein, den Heizwärmebedarf auf die Wohn-/Nutzfläche zu beziehen, wenn damit der eigentliche Zweck kontakariert wird.)

2. Das AKÖH-Aktivhaus unterscheidet sich sicher ganz erheblich vom Passivhaus durch seinen besseren Namen !
Aber nicht nur das:
- es liegt mit seinem Heizwärmebedarf/qm rechnerisch nicht weit vom Passivhaus entfernt, pro Haus (oder pro Kopf der Bewohner) u.U. sogar niedriger,
- der Herstellungsenergie-Aufwand ist immer geringer als beim Passivhaus,
- beim Warmwasser und Elektrobedarf gibt es keinen Unterschied zum Passivhaus.
Es hat
- einen AKTIV solaren Ursprung (erst die Fotosynthese lässt aus CO2 Bäume wachsen, aus denen die Konstruktions- und Dämm- und Werkstoffe entstehen, aus denen ein AKÖH- AktivHaus gebaut wird.)
- eine AKTIV solare Haustechnik-Ausstattung
- eine AKTIVE Lüftungsanlage mit WRG
- einen AKTIV zu befüllenden Holzofen zur Restwärmebereitstellung
- einen AKTIV zu leistenden Selbstbauanteil (wenn man will)

Und das alles bei zurückhaltenden, d.h. passiven Eingriffen in den Naturhaushalt und bei Förderung der menschlichen Gesundheit:
- geringere Flächenbelastung durch kompakte Form und intelligente Grundrisse
- fast CO 2-neutrale Herstellung von Grundkonstruktion, Dämmung, Fassaden, Fenstern, Fußböden
- ausgesuchte Innenraum-Materialien ohne Belastungen für die Bewohner
- unproblematischer Rückbau nach der Nutzungsphase

Datum: 15-01-2003        Autor: Dipl. Ing. Richard Adriaans
Was ist ein Aktivhaus!
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Kontakt: webmaster@oekologischbauen.de
Datum: 09-10-2002        Autor: webmaster@oekologischbauen.de





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